Aufwertung

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Auf|wer|tung ['au̮fve:ɐ̯tʊŋ], die; -, -en:
das Aufwerten:
die Aufwertung des Dollars.

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Auf|wer|tung 〈f. 20das Aufwerten

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Auf|wer|tung, die; -, -en:
das Aufwerten, Aufgewertetwerden.

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Aufwertung,
 
Revalvation, Erhöhung des Außenwertes einer Währung; Gegensatz: Abwertung. Der Wechselkurs der betreffenden Währung steigt (eine Einheit dieser Währung ist mehr Einheiten fremder Währung wert) oder es sinken die Devisenkurse (für den Kauf fremder Währungen müssen weniger Einheiten der aufwertenden Währung aufgewendet werden).
 
Ursachen:
 
Bei flexiblen Wechselkursen folgt die Aufwertung aus einer Überschussnachfrage nach dieser Währung am Devisenmarkt. Bei festen Wechselkursen ist die Aufwertung eine in der Regel bei anhaltenden Zahlungsbilanzüberschüssen ergriffene Maßnahme der Regierung, welche das Austauschverhältnis der eigenen Währung gegenüber den anderen Währungen heraufsetzt. Der einer Aufwertung zugrunde liegende Zahlungsbilanzüberschuss kann auf ein Inflations-, Wachstums- und Zinsgefälle zurückgeführt werden. Ein Land mit unterdurchschnittlicher Inflation gewinnt an Konkurrenzfähigkeit. Dies stimuliert die Exporte und dämpft die Importe, wodurch die Leistungsbilanz aktiviert wird. Ein Land mit unterdurchschnittlichem Wachstum verzeichnet ebenfalls eine Aktivierungstendenz, da die Importe entsprechend schwach wachsen, während die Exportneigung hoch ist. Ein Land mit hohem Zinsniveau erzielt einen Überschuss im Kapitalverkehr, weil aufgrund des niedrigeren Auslandszinses die Kapitalimporte hoch und der Kapitalexport gering sind. Über Aufwertung wird v. a. versucht, spekulativer Nachfrage nach einer Währung und den damit verbundenen Interventionsverpflichtungen zu begegnen.
 
Auswirkungen:
 
Eine Aufwertung wirkt dämpfend auf Preisentwicklung und Beschäftigung. Aus der Sicht des aufwertenden Landes werden die Importe billiger; dies wirkt dem Preisauftrieb direkt entgegen. Da sich die Güternachfrage zugunsten der billiger gewordenen Importe verlagern wird und gleichzeitig die aus der Sicht des Auslands teurer gewordenen Exporte abnehmen, sinkt die Gesamtnachfrage, was sich in verminderten Preissteigerungen und rückläufiger Beschäftigung auswirken kann. Wegen der steigenden Importe und rückläufigen Exporte wird sich auch die Leistungsbilanz des aufwertenden Landes tendenziell verschlechtern. In der Vergangenheit zeigte sich, dass Wechselkursänderungen in Systemen fester, aber anpassungsfähiger Wechselkurse häufig nicht rechtzeitig durchgeführt wurden, weil dazu Einstimmigkeit der Teilnehmerstaaten erforderlich war (z. B. beim EuropäischenWährungssystem 1979-98). Beim neuen Wechselkursmechanismus (EWS II, seit 1999) kann der Rat der Europäischen Union bereits mit qualifizierter Mehrheit, auf Empfehlung der Europäischen Zentralbank, die Euro-Leitkurse festlegen, ändern oder aufgeben.
 
 
C. Köhler: Geldwirtschaft, Bd. 2: Zahlungsbilanz u. Wechselkurs (1979);
 H.-J. Jarchow u. P. Rühmann: Monetäre Außenwirtschaft, 2 Bde. (3-41993-94).

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Auf|wer|tung, die; -, -en: das Aufwerten, Aufgewertetwerden.

Universal-Lexikon. 2012.

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